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Claude Code arbeitet jetzt parallel: neue Desktop-App, Cloud-Sitzungen und API-Guthaben im Abo

Parallele Sitzungen in der Desktop-App, Cloud-Sitzungen ohne Commit, Haiku 5.5 und monatliches API-Guthaben: Was in Claude Code neu ist, im Klartext.

Lächelnde Frau mit Kaffeetasse an einem Holzschreibtisch in einem abendlichen Loft-Büro, über ihrem Laptop schweben fünf leuchtende Karten mit Fortschrittsbalken, daneben der Schriftzug Viele Aufgaben. Ein Überblick.

Kaum ist das letzte große Update von Claude Code durch, kommt schon der nächste Newsletter vom Team. Diesmal geht es vor allem um zwei Dinge: Die Desktop-App kann jetzt mehrere Sitzungen gleichzeitig laufen lassen, und Cloud-Sitzungen übernehmen dein Projekt ohne Umweg über Git. Dazu kommen ein neues kleines Modell und API-Guthaben, das in Max und Team ab sofort jeden Monat mit drin ist.

Ich bin Frank Wingerath, digitaler Sparringspartner aus Hannover, und arbeite selbst täglich mit Claude Code, unter anderem an dieser Website. Hier bekommst du das Wichtigste im Klartext: was neu ist, was es dir bringt und was du direkt ausprobieren kannst.

Die Desktop-App: mehrere Sitzungen gleichzeitig

Die Desktop-App hat in den letzten zwei Wochen einiges dazubekommen. Der Kern: Du sollst leichter dort weitermachen können, wo du aufgehört hast, und mehrere Aufgaben parallel laufen lassen.

Neuer Startbildschirm. Deine zuletzt genutzten Ordner sind einen Klick entfernt. Eine feste Kombination, etwa mehrere Ordner, ein SSH-Server oder die Cloud, lässt sich als Umgebung speichern und als Startpunkt für neue Sitzungen nutzen.

Claude Code Desktop-App: Der neue Startbildschirm listet die zuletzt genutzten Ordner, danach wird eine neue Umgebung mit Namen angelegt und drei Ordner werden hinzugefügt
Auf dem neuen Startbildschirm legst du eine Umgebung aus mehreren Ordnern an. Quelle: Anthropic

Verschachtelte Sitzungen. Bittest du Claude, Aufgaben parallel zu erledigen, bekommt jede ihre eigene Untersitzung. Ist sie fertig, meldet sie sich in deiner Hauptsitzung zurück.

Claude Code Desktop-App: Drei Aufgaben laufen parallel als Untersitzungen unter der Hauptsitzung in der Seitenleiste, jede meldet ihr Ergebnis zurück, am Ende fragt Claude, ob ein Pull Request geöffnet werden soll
Drei Aufgaben laufen parallel und melden sich in der Hauptsitzung zurück. Quelle: Anthropic

Folgeaufgaben mit einem Klick. Schlägt Claude weitere Arbeit vor, startest du sie direkt in einer eigenen Sitzung. Und /btw öffnet deine Nebenfrage jetzt in einem eigenen Tab, statt die laufende Arbeit zu unterbrechen.

Claude Code Desktop-App: Claude schlägt eine Folgeaufgabe in einer Karte vor, ein Klick auf Start öffnet sie als eigene Sitzung, und eine Nebenfrage mit /btw erscheint in einem eigenen Tab neben der Hauptsitzung
Folgeaufgabe per Klick starten, Nebenfrage im eigenen Tab. Quelle: Anthropic

Mehr Überblick. Die Seitenleiste zeigt, welche Sitzungen noch arbeiten und welche auf dich warten. Eine neue Leiste am Rand zeigt, wo eine Sitzung läuft, was in ihrem Kontext steckt und welche Änderungen sie gemacht hat.

Um das zu nutzen, reicht ein Update der Desktop-App. Die Anleitung von Anthropic findest du im Schnellstart zur Desktop-App.

Was mir daran gefällt: Bisher habe ich parallele Arbeit selbst organisiert, mit mehreren Fenstern und viel Hin und Her. Jetzt übernimmt die App diesen Teil, und ich sehe auf einen Blick, wo ich gebraucht werde.

Cloud-Sitzungen: kein Commit mehr vorher

Cloud-Sitzungen kennst du vielleicht schon: Du startest eine Aufgabe, klappst den Laptop zu, und Claude arbeitet auf den Servern von Anthropic weiter. Zwei Dinge sind neu.

Dein Projekt kommt komplett mit. Setzt du eine lokale Sitzung in der Cloud fort, übernimmt Claude das Projekt genau so, wie du es verlassen hast. Dazu gehören auch Änderungen, die du noch nicht committet hast, und Commits, die noch nicht gepusht sind. Den Zwischenschritt über Git kannst du dir also sparen.

Claude Code Desktop-App: Über das Sitzungsmenü wird die Sitzung in die Cloud verschoben, der Dialog listet vier nicht committete Änderungen und zwei nicht gepushte Commits, danach erscheint die Sitzung mit Cloud-Symbol unter Working
Die Sitzung wandert samt offener Änderungen und ungepushter Commits in die Cloud. Quelle: Anthropic

Geheime Zugangsschlüssel jetzt auch im Team-Tarif. In deiner Cloud-Umgebung kannst du einen API-Schlüssel hinterlegen und angeben, für welche Server er gilt. Claude kann diese Schnittstelle dann aufrufen, ohne den Schlüssel selbst zu sehen. Das ging bisher nur in Pro und Max, jetzt auch in Team.

Claude Code Desktop-App: Dialog New environment auf dem Reiter Cloud, der Abschnitt Network secrets ist unterstrichen, darunter die Schaltfläche Add secret
Geheime Zugangsschlüssel hinterlegst du beim Anlegen einer Cloud-Umgebung. Quelle: Anthropic

Gerade der zweite Punkt ist wichtiger, als er klingt. Ein Schlüssel, den die KI nie zu Gesicht bekommt, kann sie auch nicht versehentlich in eine Datei oder ein Protokoll schreiben. Mehr dazu in der Dokumentation zu Cloud-Sitzungen.

API-Guthaben in Max und Team

Für mich die interessanteste Neuerung, auch wenn sie im Newsletter unter „Sonstiges“ steht: Wer Max oder Team bucht, bekommt jetzt jeden Monat Guthaben für die Claude-API dazu.

  • Max 5x: 100 US-Dollar im Monat
  • Max 20x: 200 US-Dollar im Monat
  • Team: bis zu 500 US-Dollar als gemeinsamer Topf

Das Guthaben ist für eigene Anwendungen und Agenten gedacht, die du über die API baust. Damit es ankommt, musst du es einmal aktivieren. Wie das geht, beschreibt Anthropic im Hilfeartikel zum API-Guthaben.

Eine Idee dafür: ein Managed Agent

Anthropic schlägt gleich selbst vor, wofür sich das Guthaben eignet: für einen Managed Agent. Das ist ein KI-Agent, der auf der Infrastruktur von Anthropic läuft, sodass auf deinem Rechner nichts dauerhaft laufen muss. Die Funktion ist noch in der Testphase.

Als Beispiel hat das Team einen Agenten beschrieben, der nach Zeitplan Slack und GitHub liest und daraus eine tägliche Zusammenfassung postet. Nachbauen musst du das nicht von Hand. Nach einem Update von Claude Code reicht dieser Befehl:

/claude-api managed-agents-onboard https://claude.dev/blog/building-effective-agent-automations/

Claude liest den Blogbeitrag und richtet denselben Agenten für dich ein, mit Quellen, Zeitplan und Gedächtnis.

Ehrlich gesagt: 100 US-Dollar im Monat sind für einen kleinen Agenten, der einmal am Tag etwas zusammenfasst, mehr als genug. Wer schon länger überlegt, eine Routineaufgabe zu automatisieren, hat damit einen guten Anlass, es auszuprobieren, ohne zusätzlich zu bezahlen.

Neue Modelle und günstigere Preise

  • Haiku 5.5 ist da. Ein schnelles Modell für kurze Aufgaben wie Zusammenfassungen oder als Arbeitstier für Subagenten. Es hat ein Kontextfenster von einer Million Tokens. Umschalten kannst du mit /model haiku.
  • Sonnet 5.5 wird beim Cache günstiger. Das Lesen aus dem Zwischenspeicher kostet nur noch die Hälfte: 0,10 statt 0,20 US-Dollar pro Million Tokens. Das betrifft dich, wenn du Sonnet über die API nutzt.
  • Schneller Modus für Opus 5.5 in der API. Gleiches Modell, aber bis zu 2,5-mal mehr Ausgabe pro Sekunde. Eingeschaltet wird er pro Anfrage.
  • Kostenlose Sicherheitsprüfung für Open-Source-Projekte. Wer ein etabliertes Open-Source-Projekt betreut, kann sich für den OSS Scanner bewerben. Anthropic prüft das Projekt dann regelmäßig mit seinen stärksten Modellen, ohne Kosten.

Drei Tipps, die du direkt nutzen kannst

1. Jedem Subagenten seine eigene Denktiefe geben

Seit Version 2.1.292 kannst du die Denktiefe (im Original „effort“) für einzelne Subagenten direkt im Prompt festlegen. Das überschreibt die Einstellung deiner Sitzung für genau diesen Subagenten.

Das ist praktisch, weil die Arbeit selten gleich verteilt ist. Oft durchsuchen mehrere Subagenten nur Dateien, und nur einer muss wirklich nachdenken. Das Beispiel aus dem Newsletter, sinngemäß übersetzt:

„Finde jeden Aufruf der Zahlungs-API mit Subagenten auf niedriger Stufe, dann lass einen Subagenten auf hoher Stufe die Fehlerbehandlung prüfen.“

Auf dieselbe Weise kannst du ein bestimmtes Modell anfordern, etwa Haiku für schnelle Suchen. Bisher ging das nur über die Konfiguration eines eigenen Subagenten. Details stehen in der Dokumentation zu Subagenten.

2. Subagenten sagen, dass Zeit zählt

Ein Hinweis aus dem Entwicklerteam von Anthropic: Subagenten sind darauf ausgelegt, gründlich zu sein, nicht schnell. Ein einziger Satz im Prompt ändert das. Das Team hat mehrere Formulierungen getestet, diese hier hält es für den besten Kompromiss aus Tempo und Qualität:

„Time matters here: do not spend time that can be avoided, and the earlier a correct result is obtained, the better.“

Auf Deutsch heißt das ungefähr: Zeit zählt hier, verschwende keine vermeidbare Zeit, und je früher ein korrektes Ergebnis vorliegt, desto besser. Getestet hat Anthropic die englische Fassung, deshalb würde ich sie auch so übernehmen.

3. Lange Sitzungen nicht mehr teuer aufwecken

Lässt du eine große Sitzung (über 200.000 Tokens) im Terminal lange liegen, fasst Claude Code sie seit Version 2.1.299 kurz vor Ablauf des einstündigen Zwischenspeichers selbst zusammen. Kommst du später zurück, muss nur die Zusammenfassung neu verarbeitet werden statt des ganzen Verlaufs. Das spart Nutzung. Du musst dafür nichts tun. Wer das nicht will, schaltet es in der settings.json mit "idleCompaction": false ab.

Was sonst noch neu ist

  • Hooks können bei einem Fehler blockieren (ab 2.1.295). Hooks sind kleine Skripte, die bei bestimmten Ereignissen automatisch laufen. Mit "onFailure": "block" stoppt ein Hook die Aktion, wenn er nicht startet, zu lange braucht oder unerwartet endet, statt sie einfach durchzulassen.
  • Hooks laufen vor Skills und Befehlen (ab 2.1.299). Blockiert ein UserPromptSubmit-Hook eine Eingabe, die einen Skill oder eigenen Befehl aufruft, laufen auch die darin enthaltenen Shell-Befehle nicht mehr.
  • /usage warnt mehr. Der Befehl weist jetzt auf maximale Denktiefe, Workflows, dauerhaft geladenen Kontext und große Werkzeug-Ergebnisse hin (ab 2.1.299).
  • Websuche füllt sich wieder auf (ab 2.1.290). Statt nach 200 Suchen Schluss zu machen, bekommt eine Sitzung jetzt 100 Suchen pro Stunde.
  • Plugins mit Marktplatz in einem Rutsch installieren (ab 2.1.292). claude plugin install mit --marketplace fügt den Marktplatz hinzu, falls er fehlt, und installiert dann das Plugin.

Die beiden Hook-Änderungen sind eher etwas für Leute, die Claude Code schon an ihre Arbeitsweise angepasst haben. Ich nutze selbst Hooks, etwa einen, der bei bestimmten Stichwörtern automatisch eine Datei mit geprüften Antworten dazulegt. Wenn so ein Hook still scheitert, merkt man das oft erst am Ergebnis. Die neue Blockier-Option macht das sichtbar.

Mein Fazit

Die parallelen Sitzungen in der Desktop-App sind die größte Neuerung im Alltag. Sie nehmen dir die Organisation ab, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig laufen. Dass Cloud-Sitzungen jetzt auch nicht committete Änderungen übernehmen, spart einen lästigen Zwischenschritt.

Den größten praktischen Nutzen hat für mich aber das API-Guthaben. Wer Max oder Team schon bezahlt, kann jetzt eigene Agenten ausprobieren, ohne einen zweiten Vertrag abzuschließen.

Kurz: Desktop-App aktualisieren, API-Guthaben aktivieren und beim nächsten größeren Auftrag mal Subagenten mit unterschiedlicher Denktiefe losschicken. Wer Claude Code noch nicht nutzt, muss deshalb nicht sofort umsteigen. Für viele Aufgaben im Büroalltag reicht die normale Claude-App völlig aus.

Den vollständigen Überblick über alle Änderungen findest du im offiziellen Changelog.

Lesetipp aus meinem Blog

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Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Fragen zu den Neuerungen in Claude Code, kurz beantwortet.

Was sind verschachtelte Sitzungen in der Desktop-App?
Bittest du Claude, mehrere Aufgaben parallel zu erledigen, bekommt jede Aufgabe ihre eigene Untersitzung. Ist sie fertig, meldet sie das Ergebnis an deine Hauptsitzung zurück. Du musst die Sitzungen also nicht selbst starten.
Muss ich vor dem Wechsel in die Cloud committen oder pushen?
Nein, nicht mehr. Setzt du eine lokale Sitzung in der Cloud fort, übernimmt Claude dein Projekt genau so, wie du es verlassen hast, inklusive nicht committeter Änderungen und nicht gepushter Commits.
Wie viel API-Guthaben bekomme ich im Max- oder Team-Tarif?
Im Max-5x-Tarif sind es 100 US-Dollar im Monat, im Max-20x-Tarif 200 US-Dollar und im Team-Tarif bis zu 500 US-Dollar als gemeinsamer Topf. Das Guthaben gilt für eigene Anwendungen und Agenten über die Claude-API und muss einmal aktiviert werden. Wie das geht, steht im Hilfeartikel von Anthropic.
Wofür eignet sich Haiku 5.5?
Für schnelle, klar umrissene Aufgaben wie Zusammenfassungen oder als Modell für Subagenten, die vor allem suchen und sammeln. Haiku 5.5 hat ein Kontextfenster von einer Million Tokens. Umschalten kannst du mit dem Befehl /model haiku.
Kann ich einzelnen Subagenten eine eigene Denktiefe geben?
Ja, ab Version 2.1.292 direkt im Prompt. Du schreibst zum Beispiel, dass die suchenden Subagenten mit niedriger Denktiefe laufen und nur der prüfende mit hoher. Das überschreibt die Einstellung deiner Sitzung für diesen Subagenten. Auf dieselbe Weise kannst du ein bestimmtes Modell anfordern.
Brauche ich Claude Code als Unternehmer ohne Programmierkenntnisse überhaupt?
Nicht zwingend. Claude Code richtet sich vor allem an Leute, die regelmäßig mit Code, Websites oder Automatisierungen arbeiten. Für viele Aufgaben im Büroalltag reicht die normale Claude-App. Wenn du unsicher bist, was für dich passt, sprechen wir das in einem kurzen Termin gemeinsam durch.
Zeigst du mir Claude Code auch persönlich, etwa in Hannover?
Ja. In Hannover und der Region gern vor Ort, sonst per Videocall, deutschlandweit. Wir schauen gemeinsam, ob Claude Code oder die normale Claude-App für deine Aufgaben besser passt, und richten es direkt ein. Das erste Gespräch mit 15 Minuten ist kostenlos, einen Termin buchst du über meinen Online-Kalender.